Queer History Month

29.5. 19 Uhr Zu Gast: Dorothée von Diepenbroick

Wir zeigen Verzaubert: 13 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren erzählen in diesem Dokumentarfilmklassiker, wie sie den Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit in Hamburg erlebt haben — eine Zeit, in der sich Homosexuelle noch nicht selbstbewusst »lesbisch« oder »schwul« genannt haben, sondern »verzaubert«. Das hieß: heimliche Romanzen, Vorladungen durch Sittenpolizei und Gestapo, Tarnehen, rosa Winkel, Verfolgung und Vernichtung, aber auch Subkultur und Alltag. In den Interviews wird nicht versucht, ein bisher vergessenes Kapitel der Geschichtsschreibung nachzuliefern, sondern Schwule und Lesben mit ihren sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen und -geschichten selbst zu Wort kommen zu lassen — unterhaltsam und spannend! Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Frauen*bildungszentrum DENKtRÄUME im Rahmen des Queer History Months.

Stummfilmkonzert mit Tuten & Blasen

31. Mai & 1. Juni jeweils 20 Uhr

Erzählt wird die Geschichte eines alternden Portiers, der all sein Selbstwertgefühl aus seiner Arbeit bezieht, bei der er eine prächtige Uniform trägt. Seine Welt bricht zusammen, als er eines Tages aufgrund seines Alters vom Portier zum Toilettenmann degradiert wird — er fühlt sich nutzlos und wird von der Nachbarschaft verspottet. Doch sein Schicksal nimmt abermals eine unverhoffte Wendung …

Als erster Stummfilm der Filmgeschichte kommt Der letzte Mann mit nur einem einzigen Zwischentitel aus. Durch die sogenannte entfesselte Kamera, die sich frei im Raum bewegt, durch Überblendungen und Spezialeffekte wird eine Erzählweise möglich gemacht, die das Seelenleben des Protagonisten ganz ohne Text visualisiert. Besonders in Szenen, in denen der Protagonist aufgewühlt ist, tauchen vermehrt zersplitterte Bilder auf, die formalästhetisch auch im Expressionismus zu finden sind.

Sold City – Wenn Wohnen zur Ware wird

2. Juni 16:30 Uhr Premiere in Anwesenheit der Filmschaffenden

Seit die Gemeinnützigkeit des Wohnbaus fast überall in Europa aufgehoben ist, gilt Wohnen nicht mehr als Menschenrecht. Nun entscheidet der Markt, wo Menschen leben. Sold City zeigt auf der einen Seite die Ursachen dieses Immobilienbooms, wie die Betroffenen ihn erleben und wie wir uns wehren können. Wir schauen aber auch über den Tellerrand nach Wien oder in das hochkapitalistische Singapur. Hier finden wir eine beispielhafte Wohnungspolitik — sinnvoll und denkbar auch hierzulande?

Wir zeigen am 2. Juni beide Teile mit Diskussion und einer Pause. Ende der Veranstaltung etwa 20:45.

Marlon Brando

Eine umfangreiche Werkschau von April bis Juli

Marlon Brando gilt als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts. Generationen von Schauspielern haben sich an seiner brütenden, rebellischen, unartikulierten Darstellungskraft orientiert. Seinen Durchbruch feierte Marlon Brando 1947 mit der Broadway-Inszenierung von »A Streetcar Named Desire«. Als Bandenführer in The Wild One avancierte er 1953 zum Idol einer rebellischen Jugend. 1954 erhielt er für On the Waterfront den Oscar. Als Vito Corleone in The Godfather wurde Brando unvergesslich und 1972 erneut mit dem Oscar für die beste männliche Hauptrolle ausgezeichnet.